Fact sheet_EN & DE : Sewol Ferry Disaster in South Korea

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Pressematerial : 15.11.2014

Unterschriftenaktion und Kunstinstallation am Pariser Platz zum Schiffsunglück am 16. April 2014 in Südkorea:

Am Samstag, den 15. November 2014, um 12 – 17 Uhr, wird auf dem Pariser Platz eine Kunstinstallation mit rund dreihundert Paar Schuhen aufgebaut, die bereits am 18. Oktober zu sehen war.

Hintergrund:

Am 16. April 2014 sank die südkoreanische Personenfähre Sewol an der Südwestküste Südkoreas. Dabei starben rund dreihundert Menschen. Die meisten Opfer waren 16 jährige Schüler aus der Stadt Ansan, die sich auf Klassenfahrt zur Jeju-Insel befanden.

Die Angehörigen der Opfer kämpfen nun schon seit mehr als sechs Monaten um eine unabhängige und transparente Untersuchung des Schiffsunglücks. Sie möchten wissen, warum ihre Kinder sterben mussten, warum der Rettungseinsatz so vollkommen versagt hat. In ihrer Verzweiflung im Kampf um die Wahrheit haben sie eine Zehn-Millionen-Unterschriftenkampagne ins Leben gerufen. Auch sechs Monate nach dem Schiffsunglück schuldet die südkoreanische Regierung diesen verzweifelten Angehörigen immer noch eine Antwort.

Wie in den USA, Kanada und Großbritannien solidarisieren sich die Auslandskoreaner auch in Deutschland mit diesen Angehörigen und treffen sich als offene Gruppe jeden dritten Samstag im Monat am Brandenburger Tor, um auch in Berlin Unterschriften für die Zehn-Millionen-Unterschriftenkampagne zu sammeln.

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Hintergrund zur Kunstinstallation von Ok-Hee Jeong

Drei Monate nach dem Schiffsunglück besuchte die Journalistin und Künstlerin Ok-Hee Jeong die Klassenräume der Danwon High School, deren Schüler bei dem Schiffunglück ums Leben gekommen sind. Die zehn Klassenräume des zweiten High School Jahres der Opfer waren menschenleer. Nur trockene, weiße Chrysanthemen als Zeichen der Trauer lagen auf den Tischen der Opfer. Die Zeit schien stehengeblieben zu sein und der angestaubte Kalender zeigte immer noch den Monat April. Ein Paar weiß-rosa Turnschuhe waren unter einem Tisch zu sehen. Eine Schülerin schien sie in der Schule liegengelassen zu haben vor der tödlichen Klassenfahrt. Was für ein grausamer, herzzerreißender Anblick.

Ok-Hee Jeongs Kunstinstallation mit 295 Paar Schuhen ist zur Erinnerung an all die Opfer des Fährunglücks. Gleichzeitig ist es ein Versprechen, dieses grausame Unglück nicht zu vergessen. Die Anzahl der Schuhe bei der Installation symbolisiert die Zahl der Opfer, die bis jetzt gefunden worden sind. Immer noch werden neun Opfer vermisst.

Die Schuhe wurden gesammelt von den Südkoreanern in Berlin, die sich als offene Gruppe zusammengefunden haben, um auch von Deutschland aus ihre Solidarität mit den Angehörigen der Schiffsunglückopfer zu zeigen.

Die Schuhe sind in zehn Reihen aufgestellt, die die zehn Schulklassen der Opfer symbolisieren sollen. Gleichzeitig bedeutet die Zahl Zehn sowohl in der westlichen als auch in der östlichen Kultur das Erreichen eines Zieles, die Vervollständigung und der Beginn einer neuen Dimension.

Diese Kunstinstallation möchte die Trauer um die Opfer zum Ausdruck bringen, aber auch gleichzeitig die sehnsuchtsvolle Hoffnung aussprechen, dass dieser grausame Tod der Kinder nicht ein sinnloser Tod bleibt, der es zu sein scheint, sondern die Entwicklung zu einer menschlicheren Gesellschaft in Südkorea einläutet, in der das Menschenleben für die Menschen wichtiger ist als die Profite.